Freitag, 22. November 2013

Vegane Red Velvet Cupcakes

Backen ohne Eier, Milch, Joghurt, Frischkäse & Co habe ich mir immer unmöglich vorgestellt. Aber da mit der veganen Lebensweise auch das vegane Backen immer mehr Trend wurde, musste ich es einfach auch irgendwann mal testen! Ich wollte unbedingt wissen, ob die Gebäcke wirklich genauso  gut schmecken wie die unveganen Verwandten und ob man ohne Eier tatsächlich eine gute Konsistenz erreichen kann. Zu diesem Zweck habe ich vom Neun Zehn Verlag ein Rezensionsexemplar von Stina Spiegelbergs *Veganpassion zur Verfügung gestellt bekommen. Obendrauf gab es außerdem eine Ausgabe, die ich an euch verlosen darf, fein oder? (Dazu in einigen Tagen mehr, wenn ich die Rezension veröffentliche.) Zunächst möchte ich euch von meinem ersten veganen Backversuch berichten und das Rezept meiner Wahl präsentieren: Red Velvet Cupcakes!


Die wollte ich ohnehin schon immer mal machen, wobei mir an sich die originalen vorschwebten. Die, in denen wundersame, magische Dinge vor sich gehen und in denen Kakao und Essig roten Teig hervorbringen. (Nicht die, die mit einer Tonne roter Lebensmittelfarbe bearbeitet werden.) Nun ... gebacken habe ich jetzt etwas völlig anderes, denn die rote Farbe dieser Red Velvet Cupcakes rührt von einer ganz besonderen Zutat: Roter Bete. Und das ist jetzt der Moment, in dem ihr bestimmt ganz angewidert euer Gesicht verzieht und das Blog schnell wegklickt. :D So zumindest habe ich zuerst reagiert, als ich das Rezept überflogen habe, denn ich HASSE rote Bete! Letztendlich siegte dann aber doch mal wieder die Neugierde, denn Rote Bete ist eigentlich ja violett und ich wollte einfach wissen, wie das funktionieren soll.

Und das sind meine Erkenntnisse dieses Experiments: Erst einmal war es leichter als gedacht, die Zutaten zu bekommen. Schon im ersten Reformhaus hatte ich Glück und fand dort "wie Frischkäse", ein Soja-Produkt, das optisch und vom Geruch her stark an eine Gesichtsmaske erinnert, die ich mal hatte, und 2,09 Euro gekostet hat. Ebenfalls fündig wurde ich bezüglich der im Rezept aufgeführten veganen Sahne und kaufte auf Empfehlung der Angestellten Kokos-Schlagcreme. Die kam sogar 2,29 Euro. Erste Erkenntnis: Vegan backen geht ins Geld. Die restlichen Zutaten sind normal und man hat sie an sich alle im Haus, bis auf die rote Bete natürlich. Frische habe ich keine ergattern können, also habe ich eingelegte Scheiben verwendet. Ist sowieso leichter, weil man nichts schälen muss und sich die Sauerei spart.

Gebacken sind die Cupcakes unglaublich schnell und alle Zutaten ließen sich prima verarbeiten. Auch wenn ich beim Anblick des veganen Frischkäses nicht damit gerechnet habe, ist das Topping schön weiß geworden und auch fluffy! Und auch die Cupcakes sind toll geworden, prima hoch gegangen und haben eine glatte Oberfläche bekommen. Wirklich rot sind sie nicht, aber rötlich und das ist meiner Meinung nach ausreichend, wenn man auf chemische Farben verzichtet. (Und tatsächlich ergibt Schokoladenteig plus violette Rote Bete So-was-wie-Rot! Hab ich wohl bei der Farbenlehre im Kunstunterricht nicht ganz aufgepasst.)


Doch genug des Lobs, jetzt kommen wir zum dicken ABER: Der Geschmack lässt stark zu wünschen übrig. Ich war davon ausgegangen, dass die rote Bete einzig der Saftigkeit und der Farbe dienen soll, aber geschmacklich nicht ins Gewicht fällt. Leider schmeckt man sie aber doch heraus und der Teig war ansonsten reichlich geschmacksneutral - weswegen ich die Zuckerdosis in den Angaben hier verdoppelt und den Kakaoanteil erhöht habe. Und auch das Topping hätte ein paar Löffel Puderzucker gut vertragen können. Es hatte eine leichte Kokosnote, was ganz in Ordnung war, aber mir fehlte die Süße - zudem ist dieser Frischkäse-Ersatz auf Sojabasis einfach nicht mein Ding. (Ich weiß auch nicht, aber alle Soja-Produkte, die ich bisher versucht habe, hatten so was leicht "Muffiges" an sich, wenn ihr versteht? Arks.) Vielleicht wäre es leckerer gewesen, wenn ich nur die Kokos-Schlagcreme als Topping verwendet hätte. Dennoch behaupteten die Verkoster, die sich in der Foodsharing-Gruppe auf Facebook freiwillig gemeldet haben, dass die Cupcakes ganz lecker seien. (Vermutlich waren sie nur höflich.) Hier also das optimierte Rezept, damit eure veganen Red Velvet Cupcakes wirklich gut schmecken:

(Zwölf Cupcakes)

Zutaten für den Teig:

200g Mehl
20g Stärke
50g Kakao
1/2 Pck. Backpulver
200g Zucker
160ml Mineralwasser
100g frische rote Bete (abgetropft aus dem Glas geht auch)
70 - 80ml Öl

Zutaten für das Topping:
200ml aufschlagbare, vegane Sahne bzw. Schlagcreme
1 Prise Salz
1 EL Sahnesteif
2 Pck. Vanillezucker
ggf. noch etwas gesiebter Puderzucker


Zubereitung:
Nehmt euch eine große Rührschüssel und vermischt darin die trockenen Zutaten für den Teig. Holt dann eure rote Bete, schält und würfelt diese (tragt dabei UNBEDINGT Einmal-Gummihandschuhe, sonst habt ihr tagelang lila Finger!) und vermixt die Stückchen zusammen mit dem Mineralwasser mithilfe eines Pürierstabs zu einer cremigen, hübsch violetten Masse. Gießt zum Schluss das Öl dazu, vermengt den Teig nochmals gut und füllt ihn anschließend in ein mit zwölf Papierförchen ausgelegtes Muffinblech. Da der Teig nicht sonderlich hochgeht, könnt ihr ruhig niedrige Förmchen wählen. Backt die Cupcakes etwa 20 Minuten bei 175 °C und lasst sie danach gut auskühlen.

Während die Küchlein im Ofen sind, könnt ihr schon das Topping vorbereiten. Füllt die Sahne in ein hohes Gefäß und schüttet das Sahnesteif hinzu. Nun auf höchster Stufe mit dem handrührgerät oder der Küchenmaschine knapp drei Minuten aufschlagen und dabei den Vanillezucker einrieseln lassen. Es entsteht eine fluffige, reinweiße Creme. Sollte euch diese zu wenig süß sein, gebt nach und nach einen Teelöffel gemahlenen Puderzucker hinein, bis euch das Topping schmeckt. Stellt die Schüssel dann erst mal für 30 Minuten in den Kühlschrank.

Mein Lieblingsteil ist immer das Aufspritzen des Toppings. Nehmt euch dafür einen Spritzbeutel mit geschlossener Sterntülle und setzt mittelgroße bis große Cremetuffs auf die erkalteten Cupcakes. Wer mag, streut noch Zuckerperlchen drüber, fertig!

Und wer das Experiment gewagt hat, muss mir unbedingt vom Ergebnis erzählen, ja? Und alle anderen können mir gerne ihr leckerstes veganes Rezept verraten, denn neugierig bin ich immer noch!


PS: Für die Rezension und zur Verlosung wurden mir zwei Rezensionsexemplare vom Verlag zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür! -, den Artikel habe ich jedoch komplett selbst verfasst und die darin befindlichen Aussagen spiegeln allein meine persönliche Meinung wider.

*Affiliate-Link

Kommentare:

  1. Gnaaa, ich weiß schon warum ich davon einfach nichts halte. Ich bin da jetzt nicht so bewandert, aber wenn man die Hälfte des Teiges nicht schokoladig macht, sondern hell und dann mit Kirschsaft irgendwas anstellt, wird der Teig dann nicht auch zumindest rosa? (also wenn es halt rein um die Farbe geht), dann kann man auch auf die rote Beet verzichten.

    Ich find das meiste mit Soja auch komisch, aber nun gut, jeder wie er mag.
    Liebe Grüße
    Melanie

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  2. Das mit der roten Beete bräuchte ich aber auch nicht. Wenn nur der Saft davon in den Teig gewandert wäre, dann hätte es vielleicht nicht so stark danach geschmeckt, aber so wundert das ja nicht. Ich glaub es gibt auch natürliche Lebensmittelfarben, z.B. aus roter Beete und Spinat, die angeblich nicht nach dem Ausgangsprodukt schmecken sollen, aber ich hab das selbst noch nicht ausprobiert. In der Regel backe ich ja ganz ohne Farben, wenn ich dann einmal ein Farbtupfer haben will (was ganz selten vorkommt), dann nehme ich einfach normale Farbe, das bringt mich ja auch nicht um ;)

    Zu den Soja-Ersatzprodukten muss ich sagen, dass ich die auch alle eigentlich nicht leiden kann, mein Mann hingegen mag Sojamilch. Wenn man nicht auf Milch verzichten muss (so wie mein Mann) oder aber kein Veganer ist, dann würde ich immer die normalen Milchprodukte nehmen, da sie mir eindeutig besser schmecken. Aber das ist wohl auch Geschmackssache.

    So jetzt hab ich aber noch zwei Empfehlungen zum veganen Backen, weil ich wegen meinem Mann ohne Milchprodukte backen muss und dann gleich nach veganen Alternativen suche, weil ich da nichts groß ersetzen muss:

    http://miris-kitchen.blogspot.de/2012/03/schneller-schokoladenkuchen.html Nicht nur schnell gemacht, sondern unglaublich saftig und schokoladig und das ganz ohne Eier, Milch und nur mit Kakao.

    http://miris-kitchen.blogspot.de/2012/11/variationen-von-schokoladen-und.html Cupcakes in vier Varianten, alle sehr lecker

    Man sieht, man kann auch vegan backen, ohne irgendwelchen teuren Ersatzprodukte kaufen zu müssen und es schmeckt trotzdem.

    Ich bin mal auf die Rezension gespannt und ob du doch noch was Positives daran findest.

    LG
    Miri

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    1. Ist das der längste Kommentar, den ich jemals bekommen habe?! :D

      Von den natürlich Farben habe ich auch schon gehört, schließlich gibt es genügend Stoffe in der Natur, die Farbe abgeben. Rote Bete und Spinat hast du ja schon genannt, aber auch Karotten oder Safran werden glaube ich für diese Farben benutzt. Ich habe allerdings kein Problem mit den "normalen" Lebensmittelfarben, wenn man sie nicht alzu häufig verwendet - was ich ja nicht tue. Aber wenn, dann soll es meist richtig knallen und dazu eignen sich eben nur diese Lebensmittelfarben.

      Ich trinke seit Jahren schon Soja-Reismilch, aber pure Sojaprodukte sind irgendwie immer bäh. (Außer der Zartbitter-Pudding von Alpro Soja, der ist der Hammer!) Für die Rezension des veganen Backbuchs werde ich wohl noch ein zweites Rezept ausprobieren. Eine Chance bekommt es noch. ;)

      Danke dir für die beiden Links! Die Cupcakes habe ich sogar bereits als Lesezeichnen gespeichert, weil ich die mal nachbacken möchte. :D Mir ist nie aufgefallen, dass du vegan backst, verrückt!

      Liebe Grüße
      Rebecca

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    2. Hehe, manchmal kann man sich nicht kurz fassen ;)
      Mit den Farben hast du recht, da gibt es so einiges was richtig färbt und natürlich ist, aber ich hab auch nur die normalen Farben, da ich die ohnehin so selten benutze und, wie du schon richtig sagst, die besonders gut färben. Wenn schon, denn schon ;)

      Ich selbst mag gar keine Sojaprodukte außer - und jetzt kommt das Absurde - Tofu. Tja, zum Glück kann ich selbst alles essen und trinken und mache das auch :)

      Ich backe eigentlich nur hin und wieder richtig vegan. Ich mach aber zurzeit total gerne Hefegebäck, weil sich das am leichtesten umwandeln lässt. Dafür ersetze ich einfach Milchprodukte durch Wasser sowie Margarine (gerne auch Alsan) für Butter und schon können wir beide davon essen. Da ich ja kein Veganer bin stört mir das Ei im Kuchen dann auch nicht :)

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  3. Falls du auf Rote Beete im Kuchen trotzdem noch neugierig bist ich kann dir den Moist chocolate beet cake wärmstens empfehlen. Du schmeckst die Rote Beete nicht heraus, sie macht den Kuchen aber total saftig.
    http://zuckerliebtstephi.wordpress.com/2013/04/05/moist-chocolate-beet-cake-oder-ungewohnlich-aber-lecker/

    Zuckersüße Grüße, Stephi

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    1. Danke dir für den Link! Dein Kuchen sieht tatsächlich lecker aus, aber ich glaube, von der Roten Bete halte ich mich erst mal eine Weile fern. :D

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  4. Sehen echt supi aus, besonders das Fluffige Sahnhäubchen... ich mekr mir die schonmal für einen nächsten Veganen backversuch

    Irgednwas mach ich immer bei der Sahne falsche, die kommt nie so schön daher :D

    und hier ist mein liebstes Veganes-Rezept, sehr schön Schokoaldig und nicht zu süß ;)

    Vegane Schokotorte

    Liebe Grüße
    die Nadddalie
    Sweet Daisy Bakery

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    1. Hallo Natalie,

      danke dir, deine Torte macht ja echt was her und sieht wirklich sehr lecker aus!!!

      Liebe Grüße
      Rebecca

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  5. Nachdem ich deinen Beitrag jetzt nochmal gelesen habe MUSS ich einfach meinen Senf dazu geben. Also nicht zu allem, aber zum Frischkäse. Ich glaube nämlich, ich weiß welchen du genommen hast - den von Heirler, stimmt's? Der ist BRUTALST widerlich. Und das sage ich als Veganer! Ich kenne wirklich keinen (!), der den mag. Und ehrlich - ich frage mich, wie die das Zeug überhaupt ins Regal stellen können. Wääääh!
    Dafür gibt es mittlerweile einen von Soyananda, der wirklich wie Frischkäse schmeckt. Der ist klasse.
    Uuuund: Ich hätte Reissahne empfohlen. ;P Die ist nämlich neutraler.
    Süße Grüße, Mimi

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    1. Also die Marke vom Frischkäse weiß ich nicht mehr, aber laut deiner Beschreibung muss es wohl der gewesen sein. :D Er hatte geschmacklich einfach was von muffiger Pappe oder so. Nächstes Mal nehme ich ganz sicher einen anderen - und Reissahne. ;) Danke!

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Kommentare sind wie Sahnehäubchen auf einem leckeren Stück Kuchen - Danke, dass du ein paar süße Worte dalässt! ♥♥♥

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