Sonntag, 9. August 2015

[rudelbackenahoi] Apfel-Brombeer-Kuchen aus der LECKER Bakery

Könnt ihr von euch sagen, dass ihr zu hundert Prozent Stadt- oder Landkind seid? Ich nicht.

Ich bin auf dem Land aufgewachsen, genauer: In der tiefsten, hessischen Hochrhön. Wo nur alle Stunde ein Bus fährt, die Bürgersteige um spätestens 18 Uhr hochgeklappt werden, montags die Frisöre zu haben und jeder über jeden Bescheid weiß: Arbeit, Haus, Auto, Beziehungsstatus, Kranheitsgeschichte - und bei den Kindern und Enkeln wird dann genauso weitergemacht, weil's so schön ist. Auf dem Dorf ist es wirklich schwierig, etwas vor anderen geheim zu halten - denn wer sich nicht auskunftsfreudig zeigt, wird sofort als verschlossen eingestuft und wer keinem der drei möglichen, überaus spannenden Vereinsgemeinschaften beitreten mag (Freiwillige Feuerwehr, Fastnacht, Kirmes), wird regelrecht gesellschaftlich gesteinigt - oder existiert praktisch gar nicht.  Und beurteilt wird man nach den Eltern und dem, was der Tratschweiber-Buschfunk so verbreitet. Fantastisch.

Apfel-Brombeer-Kuchen LECKER Bakery | Foodblog rehlein backt

Ihr lest es zwischen den Zeilen vielleicht schon raus: Das Dorfleben ist nicht wirklich meins gewesen. Die Stadt hingegen ist, für meine Begriffe, herrlich anonym und bietet darüber hinaus einigen Komfort, den ich nicht missen möchte. Schnelles Internet, viele Einkaufs- und Unternehmungsmöglichkeiten, kurze Wege, ein umfangreiches Ärzteangebot und Pizza-Lieferdienste. Um nur ein paar wenige zu nennen. (Und nette Nachbarn haben wir auch!)

Das große ABER:

In der Stadt fehlt mir die Natur. Echte Natur. Angelegte Parks, die ab 25 Grad völlig überlaufen sind, und in denen man ständig Gefahr läuft, seine Picknick-Decke in Hunde-Hinterlassenschaften zu legen, sind für mich keine Natur. Darum meide ich diese auch die meiste Zeit und beginne spätestens nach einem halben Semester in der Stadt, das Landleben zu vermissen. Weil es dort, trotz der Unannehmlichkeiten, nämlich einfach wunderschön ist. Die Rhön mit ihren Bergen, den Weiten, den üppigen Wiesen, dem klaren Sternenhimmel und dem Duft nach Leben ... hach. Wenn ihr einmal völlig allein durch einen Mischwald gejoggt seid, den unvergleichlichen Geruch wirklich frischer, gesunder Luft eingeatmet habt, und euch außerdem nicht ständig dabei fragen musstet, ob eure Brüste beim Laufen hüpfen oder euer Hintern in der Hose doof aussieht, dann wisst ihr, was ich meine. Man steht im Dorf zwar gefühlt ständig unter Beobachtung, ist aber dafür innerhalb von Sekunden raus und im Paradies: Blühende, lebendige Natur - und alles meins.

Apfel-Brombeer-Kuchen LECKER Bakery | Foodblog rehlein backt

Wenn ich in den Semesterferien nach Hause fahre, freue ich mich darum nicht nur auf meine Familie, sondern auch auf die Landschaft. Und renne dann wie ein Touri mit der Kamera durch die Gegend, um all das einzufangen, was mir davor die ganze Zeit so schmerzlich gefehlt hat. Die blutroten Sonnenuntergänge, die Segelflieger, die Wolkenformationen, die Blumen, die Bäume - einfach alles. Ganz besonders freue ich mich dabei auch immer auf Omas Garten. Denn der strotzt nur so vor Obstbäumen, Beerenbüschen und Erdbeerfeldern. Bessere Früchte gibt es in keinem Supermarkt. Morgens muss ich dann lediglich nach draußen gehen, mir frisch was pflücken und schon habe ich das tollste Frühstücksmüsli der ganzen Welt.

Aber wisst ihr was?

Nach einer Weile fehlt mir dann wieder das schnelle Internet, die Flexibilität, die langen Ladenöffnungszeiten ... für später brauche ich also einen echt guten Kompromiss. Ein Wohnort mit guter Anbindung, der all die Vorteile der Stadt vereint, von dem aus man aber auch schnell in (echter!) Natur ist. Denn ich bin ganz offensichtlich ein Stadt-Land-Zwitter und brauche beides. Und ihr so?

Apfel-Brombeer-Kuchen LECKER Bakery | Foodblog rehlein backt

Achja und bevor ich es vor lauter Geplapper ganz vergesse: Hier kommt das Rezept für diesen toll saftigen, fruchtigen Mandelkuchen mit Äpfeln und Brombeeren. Hab ich beides aus Omas Garten gepflückt und das Ergebnis später auf der heimischen Regentonne fotografiert. So funktioniert Foodfotografie auf dem Land. ;)

Zutaten:

(für eine Springform mit 26cm-Durchmesser)

200g zimmerwarme Butter
200g brauner Zucker (od. Muscovadozucker, falls ihr habt)
4 Eier
200g Mehl
50g gemahlene Mandeln
2 TL Backpulver
2-4 Äpfel (je nachdem, wie fruchtig der Kuchen werden soll)
ca. 250g Brombeeren
50g gehackte Mandeln
2 EL geschmolzene Butter
ca. 2 EL Zimtzucker

Apfel-Brombeer-Kuchen LECKER Bakery | Foodblog rehlein backt

Zubereitung:

Die Butter mit dem braunen Zucker cremig schlagen und die Eier einzeln einarbeiten. So wird der Kuchen besonders luftig. Mehl, gemahlene Mandeln und Backpulver vermischen und in die Mischung rühren. Eine Springform fetten und mit Mehl oder Semmelbrösel auskleiden. Den Teig darin glatt streichen.

Nun den Ofen auf 175 °C Ober-/Unterhitze oder 150 °C Umluft vorheizen. Die Brombeeren in stehendem Wasser waschen, dann auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Die Äpfel waschen, schälen, vierteln, entkernen und in dünne Scheiben schneiden. Erst die Apfelscheiben auf dem Teig verteilen, anschließend die Brombeerchen. Die Früchte leicht in den Teig drücken.

Die gehackten Mandeln darüber streuen, genauso den Zimtzucker. Zum Schluss die Butter über alles träufeln und den Kuchen in den heißen Ofen schieben. Nach etwa 30 Minuten Backzeit die Form mit Alufolie abdecken, damit der Kuchen nicht zu dunkel wird. Dann ca. 20 Minuten weiter backen. Stäbchenprobe nicht vergessen. Den Kuchen in der Form auskühlen lassen und dann alsbald genießen. Lasst euch dieses Stückchen Sommer gut schmecken! :)

Und da ich euch nun so von der Rhön vorgeschwärmt habe, bekommt ihr natürlich auch noch ein paar Bilder von dort. Ich vermiss die Landschaft ja jetzt schon wieder ...

Hessische Rhön Rhoen | Foodblog rehlein backt
Hessische Rhön Rhoen Sand Wolken | Foodblog rehlein backt
Hessische Rhön Rhoen Wasserkuppe Flieger-Denkmal | Foodblog rehlein backt
Hessische Rhön Rhoen Sonnenuntergang | Foodblog rehlein backt
Hessische Rhön Rhoen Wasserkuppe Radom | Foodblog rehlein backt
Hessische Rhön Rhoen Wasserkuppe Paraglider | Foodblog rehlein backt

Noch mehr richtig tolle Bilder aus der Rhön findet ihr bei meiner Freundin Anni: KLICK!

Kommentare:

  1. Liebe Rebecca,
    die Landschaft sieht ja traumhaft aus! Als Kind hatte man da doch bestimmt die schönste Kindheit :)
    Ich bin übrigens auch ein Zwitter was das angeht. Ich liebe an Köln, dass man egal wann 24/7 etwas unternehmen kann. Bordsteine werden hier nie hochgeklappt. Wenn ich dann aber wieder bei meiner Oma in der Eifel auf dem Dorf bin, fange ich instant an mich zu fragen, wie ich das in der Großstadt immer aushalte.. So ein riesiger Garten, viele unberührte Felder und ein unbebauter Rhein sind einfach traumhaft. Mal sehen, wo es uns irgendwann hinverschlägt ;)
    Viele Grüße,
    Jana

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    1. Hallo Jana,

      ja, ich hatte hier eine wunderbare Kindheit! Wir waren jeden Tag draußen, jeden Tag schmutzig, nass oder durchgefroren - aber glücklich. :) Erst als meine Schwester und ich älter wurden, war das nicht mehr genug.

      Liebst, Rebecca

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  2. Oh endlich sehe ich auch einmal von dir deine Heimat-Natur-Bilder :) Schön hast dus dort im Rhön.
    Aber ich kann dich schon verstehen. Wenn man die Vorteile der Stadt gewohnt ist, will man sie nicht missen. Mir geht es ja ab und an auch so auf die Nerven, dass jeder Bescheid weiß, was ich wann und mit wem gemacht habe. Diesen Buschfunk würde man ja am liebsten abstellen, nur geht das nicht so einfach wie man denkt :P

    Dein Kuchen schaut ja wie immer hervorragend aus :)
    Ich wünsche dir noch einen wunderschönen Sonntag liebste Rebecca. Ich geh dann mal weiterschwitzen bei 37°C ;(

    Liebst,
    Kevin

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    1. Ja, es wurde Zeit, dass ich dir auch mal ein bisschen was von meiner Heimat zeige! ;) Und nein, den Buschfunk abstellen ist nahezu unmöglich. Wenn die Leute reden wollen, reden sie. Selbst wenn es nichts zum Reden gibt. :D

      Ich wünsche dir auch einen feinen Sonntag und schaue gleich auch mal wieder bei dir vorbei, war viel zu lange untätig hier. Wegen der Hitze hab ich den Laptop so oft es geht aus.

      Liebst, Rebecca

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  3. Tolle Eindrücke hast du eingefangen Rebecca.
    Eine herrliche Umgebung ist es dort.
    Ich ziehe übrigens auch gern mit der Cam durch die Gegend. Sogar da wo ich wohne :D.

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  4. Der Kuchen sieht köstlich aus und die Landschaftsbilder sind einfach traumhaft. Ich lebe auf dem Land, liebe die Stadt aber auch. Ich könnte mich also auch nicht entscheiden... :)
    LG, Ni von JuNi

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