Sonntag, 11. Oktober 2015

[Rezension] Die Backfee Süß & Salzig von Manuela Kjeilen

Nach meiner – zugegeben - größtenteils vernichtenden Rezension zu Die Backfee Zuckersüß, Manuela Kjeilens erstem deutschen Backbuch, fragt ihr euch vielleicht, warum ich mir nun auch das zweite Buch von ihr besorgt habe. Ganz einfach: Jeder hat eine zweite Chance verdient und beim ersten Durchblättern von *Die Backfee Süß & Salzig dachte ich schlichtweg nur noch: YUM! Und immerhin fand ich die Rezepte im ersten Buch ja auch mit am besten. ;) Allerdings habe ich natürlich dann beim genaueren Hinsehen erneut einige Kritikpunkte entdeckt – dieses Mal aber auch mehr Positives. Und so viel sei schon mal verraten: Wer Hefegebäck liebt, sollte nun unbedingt weiterlesen. ;)

Rezension zum Backbuch Die Backfee Süß & Salzig von Manueal Kjeilen | Foodblog rehlein backt

Inhaltlicher Aufbau

Die *Die Backfee Süß & Salzig startet mit einem, eine Seite umfassenden Vorwort von Manuela, in dem sie eine schöne Kindheitserinnerung mit uns teilt, die wohl auch den Grundstein für ihre Liebe zu Hefegebäck gelegt hat. Es folgt eine weitere Seite mit einer kleinen Hefekunde. Diese hätte aber gern etwas umfangreicher ausfallen können, wenn ihr mich fragt. Statt des Hinweises, dass auch immer eine „ordentliche Portion Liebe mit in den Teig“ gehört, wäre beispielsweise der Vermerk wichtig gewesen, dass Hefeteig beim Gehen gern warm und zugluftsicher steht. Essenziell!

Dann beginnt auch schon der Rezeptteil, der auch das Gros des Buches einnimmt – immerhin 96 von insgesamt 208 Seiten. Die Rezepte sind nicht in einzelne Kategorien unterteilt, doch mit Sinn sortiert. Den Anfang machen Rezepte, die sich gut fürs Frühstück eignen, dann geht man nahtlos über zum Nachmittagskaffee, schaut mal kurz zum Abendessen, um dann einen süßen Abschluss zu erhalten.

Das Buch endet mit einer Dankesseite, auf der Manuela allen Menschen dankt, die sie bei ihrer Arbeit unterstützt haben. Auch die Sponsoren werden hier genannt. Letztendlich schließt das Buch mit dem Rezeptregister und drei Buchempfehlungen des Verlages.

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Die Rezepte

Nun kommen wir zum Wichtigsten: Den Rezepten!  Wie ich anfangs bereits erwähnte, beinhaltet *Die Backfee Süß & Salzig Hefegebäck – und zwar fast ausschließlich. Meiner Meinung nach geht das aus dem Titel nicht soooooo ganz hervor bzw. erst bei genauerem Hinsehen, aber da ich super gern mit Hefe backe, will ich mal nicht so sein.

Die Rezeptauswahl ist auf den ersten Blick befriedigend: Es gibt verschiedene Buns und Rolls, Baguettes, (Knäcke-)Brote, Brioche, Biscotti, Scones, Pfannkuchen, Waffeln, Croissants, Granola (Bars), Apple Frites und Pizza. Bäm, viel Auswahl also. Zudem wird gezeigt, wie Lemon Curd  und Crème pâtisserière funktionieren, was ein nettes Goodie ist.

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Nachdem ich mich ein wenig in die Rezepte eingelesen hatte, kam dann aber doch Ernüchterung auf. Denn Manuela erwähnt im ersten Drittel des Buches drei Basisteige und benutzt diese für wirklich viele der angegebenen Rezepte. Das sorgt in erster Linie natürlich für mehr Umfang und ist somit – ganz ehrlich – irgendwie eine Täuschung des Käufers. Man erhält streng genommen viel weniger Rezepte, als es den Anschein hat. Es hätte genügt, zu jedem Basisrezept eine oder zwei weitere Doppelseiten mit Variationen zu verfassen, statt jeweils ein „neues“ Rezept abzudrucken.

An dieser Stelle war ich dann wirklich leicht säuerlich.

Als mir dann auch noch auffiel, wie buns- und rollslastig das Buch ist, war meine erste Euphorie ganz verflogen. Ich kenne ja nicht mal den Unterschied zwischen Buns und Rolls – meiner Auffassung nach sind das beides simple Brötchen bzw. Hefeteilchen, das ist bei Manuela auch etwas bunt gemischt – aber sei’s drum:  Ganze 21 von 51 Rezepten finde ich zu viel. Und wenn man dann auch noch die Rezepte dazu zählt, die zwar kein „Buns“ oder „Rolls“ im Namen tragen, letztendlich aber auch einfache Hefekugeln sind, handelt es sich bereits um 29 Brötchen-/Teilchenrezepte. Viele davon bestehen natürlich aus jeweils einem der drei Basisteige, ist klar.

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Meine Rezepttests

Bisher habe ich zwei der Rezepte ausprobiert. Das erste war ein wahrer Traum: Die Cinnamon Breakfast Buns, die ich neulich gepostet habe. Super lecker, außen kross und innen fluffy, und das Zimtaroma … mhhhhh, ich war wirklich im Himmel. (Und hab alle allein aufgegessen. *hüstel*)

Als nächstes sollte es die Delicious Baked Vanilla Donuts geben. Und … jaaaa, was soll ich sagen: Totalreinfall. Aber so was von. Denn was auf den Bildern wie leckere, gebackene Donuts aussieht, entpuppte sich als simple, geschmacksfreie BRÖTCHEN.

Ich hatte also Brötchen in Donutform. Mit Zuckerguss.

Die Autorin umschreibt die Dinger mit den wunderbaren Worten „sehr passend für einen netten Abend mit Freundinnen“. Nun, die Freundinnen, die gern Brötchen mit Zuckerguss essen, muss ich mir wohl erst noch backen gehen …

Leider sind die Bilder der Brötchendonuts (natürlich geschossen, BEVOR ich sie probiert habe) so schön geworden, dass ich sie euch trotzdem zeigen will:

Donut mit pinkem Zuckerguss | Foodblog rehlein backt

Donuts mit pinkem Zuckerguss | Foodblog rehlein backt

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Wunderbare Krume, der Brötchen-Donut. Mit Zuckerguss.

Gestaltung

Die Optik des Buches ist erneut seeeehr pastellig, allerdings finde ich es dieses Mal sehr viel angenehmer und nicht mehr so übertrieben rosa, hellblau, flieder, babygelb etc. Die Gestaltung ist insgesamt auch deutlich weniger kitschig. Dem 50er-Jahre-Stil ist Manuela dabei aber treu geblieben, was ich sehr nett finde. Ich mag die 50s. Positiv finde ich außerdem, dass die Autorin dieses Mal nicht so häufig selbst abgebildet ist. Das sage ich nicht aus irgendeiner Art Abneigung heraus, mitnichten. Es war lediglich so, dass in Die Backfee Zuckersüß so dermaßen viele Bilder von ihr enthalten waren, die absolut keinen Zusammenhang zu den Rezepten hatten, dass ich davon wirklich genervt war. Denn auch so was streckt das Buch optisch, obwohl es sinnfreier Inhalt ist.

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Dies ist zumindest ein Bild mit Bezug zum Thema und Manuela wird beim Backen gezeigt.

Die Rezepte sind allesamt hübsch bebildert und zu den komplizierteren gibt es hilfreiche Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Auch in diesem Buch ist allerdings bei ein paar der Fotos der Fokus falsch gesetzt, sodass das Gebäck verschwommen ist. Ich bin zwar die letzte, die doofe Bilder kritisieren sollte, denn meine eigenen sind noch fernab dessen, wo ich sie gern hätte und weit entfernt von Manuelas Qualität, aber im Gegensatz zu ihr biete ich mein Blog kostenfrei an und produziere nicht auf Backbuchniveau – und da sollte dann schon alles stimmen. Verschwommene Bilder finde ich in einem 25-Euro-Buch echt nicht optimal.

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Step-by-Step-Bebilderung bei schwierigeren Rezepten: Pluspunkt.

Worüber ich mich hingegen wieder gefreut habe war, dass es zu jedem Rezept einen kleinen Vortext gibt, der einem die Hintergrundgeschichte dazu verrät, Kombinationsempfehlungen oder Verschenktipps gibt, oder in dem das Besondere daran hervorgehoben wird. In vielen Backbüchern fehlt diese kurze Rezepteinleitung, obwohl sie in der Regel sehr schön für den Leser ist, das Rezept aufwertet und manchmal sogar notwendig ist.

Erneut gibt es in den Bildern viele Product Placements , dieses Mal aber werden alle Sponsoren im hinteren Teil des Buches aufgelistet. (Einer sogar gleich zweimal nacheinander.) Und die Marken sind nicht so aufdringlich platziert, wie es in Die Backfee Zuckersüß der Fall gewesen ist. Blöd finde ich aber, dass in den Zutatenlisten viele Markenprodukte stehen. Das ist ätzend, in jedem Backbuch. Zumal man in Deutschland nur schwer an so was wie Jell-O-Pudding gelangt.

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Mein Fazit

Uff, hier zu einem Resümee zu kommen, ist gar nicht so einfach. Zunächst finde ich es wirklich, wirklich blöd, dass man mit *Die Backfee Süß & Salzig ein dickes Buch bekommt – das im Endeffekt gar nicht so viel Inhalt hat. Ganze 20 der 51 Rezepte basieren auf den drei Grundteigen oder sind leichte Abwandlungen anderer Rezepte. Wenn ihr mich fragt: Das ist inakzeptabel.

Auf der anderen Seite sind das alles dennoch sehr schöne Rezepte und Ideen. Bei meinen Backtests hatte ich bloß eine 50%ige Erfolgsquote – was doofer Zufall gewesen sein kann oder aber dafür spricht, dass doch manche der so ansprechenden Rezepte in die Hose gehen könnten. Das muss ich mit der Zeit wohl noch herausfinden.

Insgesamt finde ich *Die Backfee Süß & Salzig aber gelungener als Manuela Kjeilens erstes Buch. Es ist weniger kitschig, die noble Möchtegernschiene fehlt dieses Mal ganz und die Autorin hat etwas Platz gemacht für mehr Rezeptbilder. Ich finde: Halb toll, halb dödöm – wegen der Basisteigmehrfachrezeptverwurstung. Und was meint ihr?


Fakten zum Buch:
Die Backfee Süß & Salzig: Brote, Brioches, Baguettes, Croissants, Buns, Rolls (Manuela Kjeilen)
Hardcover, 208 Seiten
Verlag: Busse Seewald
Erscheinungsdatum: 11. August 2014
ISBN-13: 978-3772473739
Preis: 24,95 Euro


PS: Zum Rezensieren wurde mir vom Verlag ein Exemplar zur Verfügung gestellt. Die abgebildete Meinung ist allerdings komplett meine eigene.


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