Dienstag, 10. Mai 2016

[Aktion] Kochtopfreise von Zwilling – (Fast) traditioneller Baumkuchen aus Sachsen-Anhalt

Baumkuchen mit Zuckerguss aus Sachsen-Anhalt | Foodblog rehlein backt

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Ja, ihr habt richtig gelesen - im Rahmen der Kochtopfreise der Firma Zwilling gibt es bei mir Baumkuchen. Hä? Kuchen aus dem Topf? Naaa ... nicht ganz. Aber das klären wir gleich, zuerst gibt es von mir ein paar Worte zur Aktion selbst:

Zwilling hat einen Topf der Prime-Serie auf große Deutschlandreise geschickt, während der er bei insgesamt 16 Foodbloggern aus jedem Bundesland Station macht. Ziel dieses Trips ist es, die kulinarische Vielfalt unseres Landes aufzuzeigen und die einzelnen Regionen zu porträtieren. Eine super spannende Geschichte, für die ich sofort Feuer und Flamme war! Bislang kam der Topf schon in den Genuss von hessischen Woihinkelsche, Herzdriggerte aus Rheinland-Pfalz, saarländischen Geheirade, badischen Schäufele Sandwichs, altbayrischem Böfflamott, Leipziger Räbchen sowie Schwarzbiergulasch mit Thüringer Klößen. Und jetzt hat er es, sicher verpackt in einem Reiseköfferchen, ins schöne Sachsen-Anhalt zu mir geschafft. (An dieser Stelle nochmals lieben Dank an Petra von Obers trifft Sahne, die mir als Geschenk ein sehr hübsches Kulturtaschen-Set mitgeschickt hat! :)

Baumkuchen mit Zuckerguss aus Sachsen-Anhalt | Foodblog rehlein backt

Die Rezeptfindung

Nun bin ich nicht gebürtig aus Sachsen-Anhalt und hätte eigentlich gern für meine Heimat Hessen den Kochlöffel oder Schneebesen geschwungen, doch da ist mir die liebe Andrea von Zimtkeks und Apfeltarte leider zuvor gekommen. So musste ich erst mal ein wenig recherchieren, um ein für mich geeignetes, typisch sachsen-anhaltinisches Rezept zu finden. Die erste Idee, Prilleken, fiel direkt raus, da ein anderer Blogger das Schmalzgebäck – natürlich unter anderem Namen – bereits für sein Bundesland gesichert hatte. Tja, viele Spezialitäten beschränken sich eben nicht nur auf eine Region.

Im Anschluss zog ich dann doch das eigentlich Naheliegenste in Betracht, denn für kaum etwas ist Sachsen-Anhalt so bekannt wie für den Baumkuchen. Den hatte ich zu Beginn aus zweierlei Gründen verworfen: Zum einen ist Baumkuchen eine konditorische Königsdisziplin und nicht nur knifflig, sondern auch ganz schön zeitintensiv. Zum anderen wird er schlicht nicht in einem Kochtopf zubereitet. Mir war dann aber schnell klar, dass ich um den Baumkuchen nicht herumkomme, immerhin befindet sich mit dem Städtchen Salzwedel einer der Baumkuchen-Hot-Spots in Sachsen-Anhalt. Das hat zur Folge, dass man bei uns in Magdeburg das ganze Jahr über Baumkuchen in den Bäckereien bekommt, auch wenn das Gebäck bundesweit bevorzugt in der Adventszeit serviert wird. Weswegen es mir jetzt auch einfach mal schnurzpiepegal ist, dass wir Mai haben - Baumkuchen geht immer! ;)


Baumkuchen mit Zuckerguss aus Sachsen-Anhalt | Foodblog rehlein backt

Was ist Baumkuchen?

Traditionell wird der Baumkuchen über offenen Flammen auf einer Walze aus Holz gebacken. Diese dreht sich in einem fort und wird dabei mit immer neuen, hauchdünnen Schichten Teig überzogen, die nacheinander abgebacken werden. So entstehen einerseits im Innern das typische Jahresringmuster sowie auch eine eher unebene Oberfläche, die an Baumrinde erinnert. Für mein Rezept habe ich mich an der Zubereitungsweise der Salzwedeler Baumkuchenfabrik orientiert, die noch heute nach einem Originalrezept aus 1807 arbeitet. Bei meinem ersten Versuch wurde der Teig zu fest, da das Verhältnis der Zutaten noch nicht ganz passte, mit dem zweiten Ergebnis war ich dann schon deutlich zufriedener. Ein ganz traditioneller Baumkuchen ist es nicht geworden, denn er ist fluffiger, saftiger und schmeckt ein wenig nach Waffeln. Auch der Cointreau darin ist nicht üblich. Aber wisst ihr was? Ich find ihn so mega gut und tatsächlich besser als das Original aus Salzwedel!

Der Zwilling-Topf kam bei mir erst beim letzten Schritt zum Einsatz, bei dem ich die Kuvertüre für den Guss im Wasserbad geschmolzen habe. Streng genommen ist auch Schokolade zu modern für dieses Rezept, denn die gab es 1807 ebenfalls noch nicht. Stattdessen wurde der Baumkuchen mit einer Fondantglasur überzogen. Daher habe ich einfach beide Varianten zubereitet; der erste Rezeptversuch wurde mit Zartbitterkuvertüre ummantelt und der zweite, finale mit Zuckerguss. Hier gibt es für euch die Zuckerguss-Variante und auf der Kochtopfreisen-Webseite die mit Schoki: KLICK!

Schokolade im Wasserbad schmelzen | Foodblog rehlein backt

Zutaten für den Teig:

(Springform ca. 20 cm)

250g zimmerwarme Butter
180g Zucker
6 Eier (Gr. L)
150g Mehl
75g Speisestärke
25g gemahlene Mandeln ohne Haut
Jew. 1 Prise Zimt, Kardamom und Muskat
1 TL Vanilleextrakt
4 EL Cointreau
1 Prise Salz

Zutaten für den Guss:

125g Puderzucker
2 EL Milch
1 EL Cointreau

Baumkuchen mit Zuckerguss aus Sachsen-Anhalt | Foodblog rehlein backt

Zubereitung:

Die Springform mit Backpapier auskleiden, der Rand sollte dabei ca. 2cm höher sein als der Formrand, sodass ihr auf insgesamt etwa 10cm Höhe kommt. Die Grillfunktion des Ofens anstellen. (Oberhitze geht auch, dauert aber länger.)

Weiter geht es mit dem Teig: Schlagt dafür die Butter zusammen mit dem Zucker cremig-weiß auf. Die Eier trennen, dabei die Eigelbe nach und nach zur Zuckerbutter geben. Das Eiweiß erst mal beiseite stellen. Mehl, Speisestärke, Mandeln und Gewürze vermengen, zur Mischung sieben und einrühren. Vanilleextrakt und Cointreau zugeben. Zum Schluss das Eiweiß mit der Prise Salz steifschlagen und unterheben.

Eine dünne Schicht Teig auf dem Boden der Form verstreichen. (Am besten geht das mit einer kleinen Winkelpalette – die ich nicht besitze, weswegen mein Baumkuchen so herrlich schief ist. ;) Und dann geht’s ab in den Ofen! Die Backzeit variiert je nach Programm und Ofen, bei mir waren es mit Oberhitze 10 Minuten. Beobachtet den Teig einfach gut und sobald die Oberfläche gut gebräunt ist, geht es weiter. Tragt eine zweite dünne Schicht Teig auf und backt diese goldenbraun. Das macht ihr so lange, bis der gesamte Teig aufgebraucht ist. Achtung: Je höher der Kuchen wird, desto kürzer wird auch die Backzeit!

Nach dem Backen kurz abkühlen lassen, dann vorsichtig aus der Form lösen und das Backpapier entfernen. Lasst den Kuchen dann umgekehrt, also mit der Oberseite nach unten, auf einem Rost komplett auskühlen.

Für den Guss verrührt ihr einfach alle Zutaten miteinander, gießt diesen sofort auf den Kuchen (denn er härtet schnell aus) und streicht ihn etwas glatt. Dann ist der Baumkuchen auch schon servierbereit – guten Appetit!!

Baumkuchen mit Zuckerguss aus Sachsen-Anhalt | Foodblog rehlein backt

Kochtopfreise - Hier geht‘s weiter

Nach diesem Stop in Sachsen-Anhalts Hauptstadt, geht es für den Zwilling-Topf weiter Richtung Brandenburg. Das genaue Ziel ist die Küche von Katharina (Kathi’s Berries), von der wir vermutlich nicht nur ein leckeres, sondern auch gesundes Rezept erwarten können. Der ideale Ausgleich nach dem doch sehr mächtigen Baumkuchen also. ;) Ich schicke Katharina noch einen kleinen Küchengruß mit. Das sollten ursprünglich ein paar selbstgebackene Cookies sein, doch da ich mir wegen der Inhaltsstoffe nicht sicher war, habe ich mich kurzerhand für eine unverfänglichere Leckerei entschieden. Was das ist, verrate ich an dieser Stelle aber natürlich nicht. Katharina soll ja überrascht werden! ;)

Die gesamte Route der Kochtopfreise, inklusive aller bisherigen und noch kommenden Stationen sowie aller Infos, findet ihr übrigens hier: KLICK!

Kommentare:

  1. Hallo!
    Also Baumkuchen hab ich noch nie gemacht. War mir bis dato zu aufwendig (mit kleinem Kind im Haus). Aber zur Weihnachtszeit werde ich es heuer mal probieren.
    lg Kerstin

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    1. Hey Kerstin,

      dieser hier war auch mein erster bzw. zweiter Baumkuchen. Ich habe genau wie du immer davor zurückgeschreckt, dass er so aufwendig ist. Aber im Grunde dauert das Backen nicht länger, als wenn man einen Rührkuchen in den Ofen schiebt - einziger Unterschied ist, dass man stets dabei bleiben und immer wieder neue Teigschichten auftragen muss. Aber das Ergebnis hat mich geschmacklich sehr überzeugt, deswegen hat sich die Mühe gelohnt. Ich hoffe, dass er euch Weihnachten auch schmecken wird! :)

      Liebst, Rebecca

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  2. Ich hab ihn nach Deinem Rezept gebacken. Aber Deine einzelnen Teigschichten sehen viel dicker aus, als wäre der Teig aufgegangen. Meiner sieht aus wie jeder andere Baum Kuchen auch, mit ganz dünnen Schichten.

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    1. Aufgegangen ist er bei mir nicht, aber er war wegen dem Eischnee so fluffig, dass die Schichten so dick geworden sind. (Und natürlich auch deswegen, weil ich jedes Mal recht viel Teig darauf gegeben habe. Für viele dünne Schichten bin ich echt zu faul :P) Hab dein Ergebnis schon bei Instagram entdeckt und bin sehr gespannt auf deinen Anschnitt! :)

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Kommentare sind wie Sahnehäubchen auf einem leckeren Stück Kuchen - Danke, dass du ein paar süße Worte dalässt! ♥♥♥

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